Vor der Präsentation des EU-Kreislaufwirtschaftsgesetzes haben die Europaabgeordnete Anna Cavazzini und der Bundestagsabgeordnete Jan-Niclas Gesenhues ein Impulspapier verfasst, wie der Kreislaufwirtschaft in Brüssel und Berlin zum Durchbruch verholfen werden kann.
Dazu erklärt Jan-Niclas Gesenhues, Mitglied des Deutschen Bundestages, umweltpolitischer Sprecher und Leiter der AG Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:
„Wir erleben gerade schmerzhaft, wie teuer und riskant unsere Abhängigkeit von Rohstoffimporten ist. Genau darin liegt die große Chance der Kreislaufwirtschaft. Wenn wir unseren Ressourcenverbrauch reduzieren und Rohstoffe wiederverwenden, können wir nicht nur nachhaltiger wirtschaften, sondern auch strategisch unabhängiger werden. Dabei geht es uns auch um den konkreten Alltag der Menschen: Die meisten haben keine Lust mehr auf Berge an Verpackungsmüll in der Wohnung oder Parks voller Fast-Food-Kartons. Es ist Aufgabe der Politik, die Kreislaufwirtschaft alltagstauglich zu machen. Dafür fordern wir mehr Mehrweg, mehr Reparatur und weniger Wegwerfartikel. Die Bundesregierung lässt jede Möglichkeit auf der Straße liegen, die Kreislaufwirtschaft endlich voranzubringen.“
Dazu erklärt Anna Cavazzini, Mitglied des Europäischen Parlaments, Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz:
„Der europäische Binnenmarkt kann zu unserer stärksten Waffe im Kampf gegen die Trumps, Xis und Putins dieser Welt werden. Hierfür müssen wir schnellstmöglich den Übergang zur Kreislaufwirtschaft schaffen, unseren Rohstoffhunger drosseln und damit unsere Abhängigkeit verringern. Auf Druck von uns Grünen wird die Europäische Kommission ein Gesetz für die Kreislaufwirtschaft vorstellen. Ein Erfolg wird die Kreislaufwirtschaft nur, wenn sie auch im Alltag der Verbraucherinnen und Verbraucher ankommt, zum Beispiel mit einem europäischen Reparaturbonus und Vorfahrt für Second Hand. Gleichzeitig müssen wir fairen Wettbewerb für die Unternehmen herstellen, die bereits nachhaltig unterwegs sind. Ihren Geschäftsmodellen müssen wir zum Beispiel dadurch Raum geben, dass wir der Umweltkatastrophe Online-Handel Grenzen setzen.“
Das vollständige Impulspapier finden Sie hier. Ihre Vorschläge sowie den Ausblick auf das EU-Kreislaufwirtschaftsgesetz diskutieren die beiden Abgeordneten heute Abend um 18.30 Uhr in einem Online-Webinar mit Lars Baumgürtel (ZINQ) und Barbara Metz (DUH). Hier können Sie sich anmelden.
