Felix Banaszak, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Jan-Niclas Gesenhues, MdB und umweltpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, haben ein gemeinsames Autorenpapier zum Naturschutz veröffentlicht. Das Papier wurde im Rahmen des gestrigen Besuchs von Felix Banaszak, Jan-Niclas Gesenhues und NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger von Europas größtem Fluss-Renaturierungsprojekt in Rathenow vorgestellt.
Dazu erklärt Felix Banaszak:
„In den letzten Jahren waren die ökologischen Debatten zunehmend von Klima- und Energiepolitik dominiert, Umwelt- und Naturschutz kamen oft zu kurz. Das wollen wir ändern. Dazu gehört aber auch, die politische Praxis zu erneuern, um mehr Menschen zu erreichen.
Der Naturschutz in Deutschland braucht ein echtes Update: raus aus der Nische, rein in die Fläche. Denn Natur ist nicht das Interesse eines großstädtischen Bildungsbürgertums, sondern Grundlage für Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit für alle.
Deshalb wollen wir Naturschutz wieder ins Zentrum der politischen Debatte holen: mit einer Politik, die Neues schafft, Verbündete gewinnt und Lust aufs Mitmachen macht. Uns geht es um eine echte Mitmach-Ökologie, die Menschen aktiviert und ihnen Momente von Selbstwirksamkeit ermöglicht.“
Dazu erklärt Jan-Niclas Gesenhues:
„Naturschutz ist dann erfolgreich, wenn er Menschen nicht abschreckt, sondern sie begeistert. Und Naturschutz kann begeistern – wenn Menschen gemeinsam vor Ort Renaturierungsprojekte umsetzen, wenn sie Grünflächen schaffen, wo Kinder spielen können, oder natürliche Flussauen, die uns vor Hochwasser schützen. Das alles kann Naturschutz.
Wichtig ist jetzt, rechtliche Hürden abzubauen, um Naturschutzprojekte schneller voranzubringen. Wir brauchen Planungsbeschleunigung und Entbürokratisierung für den Naturschutz. Und wir sollten neue Verbündete für den Naturschutz gewinnen. Viele Unternehmen erkennen, dass sie in Biodiversität entlang ihrer Lieferkette investieren müssen, um ihre Produkte und Umsätze zu sichern – von der Lebensmittel- bis hin zur Pharma- und Chemieindustrie.
Wenn Naturschutz zur Mitmach-Ökologie wird, die Neues schafft und auf neue Verbündete setzt, dann steckt darin ein riesengroßes Potenzial. Das müssen wir nutzen, um unsere Natur zu retten. Gerade jetzt brauchen wir dringender denn je einen offensiven Umwelt- und Naturschutz. Denn Umweltminister Carsten Schneider hat sich bisher nicht als Naturschützer präsentiert, sondern als Erfüllungsgehilfe von Katherina Reiche. Angesichts der ökologischen Krise, in der wir uns befinden, ist das viel zu wenig.“
Zum Download des Autoren-Papiers.
