Brasilianischer Präsident in Hannover: Friedrich Merz muss Deutschlands Zusage zum Regenwaldfonds verdoppeln

Am Sonntag kommt der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zur Eröffnung der Hannover Messe nach Deutschland. Dazu erklärt Jan-Niclas Gesenhues, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

„Der von Brasilien initiierte Regenwaldfonds TFFF ist ein Hoffnungsschimmer für die Finanzierung des Regenwaldschutzes. Doch die Bundesregierung bleibt bei der Unterstützung des Fonds weit hinter den Erwartungen zurück. Am Sonntag hat Friedrich Merz die Chance, dieses Bild geradezurücken.

Der herablassende Ton des Bundeskanzlers auf der Klimakonferenz in Brasilien und sein Herumlavieren bei der deutschen Zusage zum Regenwaldfonds haben ein schlechtes Licht auf Deutschland geworfen. Jetzt bietet sich die Gelegenheit, seinen unrühmlichen Auftritt zu korrigieren: Friedrich Merz muss die deutsche Zusage zum Regenwaldfonds TFFF auf zwei Milliarden Euro verdoppeln und Deutschlands hohes Ansehen beim Regenwaldschutz wiederherstellen.

Die tropischen Regenwälder sind die grünen Lungen unserer Erde, ein unverzichtbarer Schatz der Artenvielfalt und Heimat zahlreicher Indigener Gemeinschaften. Wenn die Abholzung im Amazonas weitergeht, droht ein unumkehrbares Waldsterben mit Folgen auch für uns in Deutschland. Das Erreichen eines Kipppunkts würde das Klima weiter destabilisieren, Extremwetter verstärken, die Ernährungssicherheit belasten und Preise erhöhen. Als Industrienation und Konsumentenland mit Flächenverbrauch im Ausland steht Deutschland in der Verantwortung den Regenwald zu schützen und den Klimaschutz zu stärken. Denn auch viele importierte Güter hinterlassen Spuren in Regenwäldern. Der Regenwaldfonds ist eine einmalige Chance, die Regenwaldabholzung in den Griff zu bekommen.“

Hintergrund:

Der von Brasilien initiierte Regenwaldfonds „Tropical Forest Forever Facility“ (TFFF) soll Regenwaldländer für den Schutz ihrer stehenden Wälder belohnen. Die Bundesregierung hat bislang einen Beitrag zum TFFF in Höhe von 1 Milliarde Euro gestreckt über 10 Jahre zugesagt. Damit liegt Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft beispielsweise deutlich hinter Norwegen mit einer Zusage in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar.

Die Arbeitsgruppen Umwelt, Globale Entwicklung, Haushalt und Landwirtschaft der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen haben zum Regenwaldfonds TFFF ein Botschaftenpapier verfasst sowie eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Außerdem hat sich eine Allianz verschiedener Umweltverbände in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz für eine Erhöhung der deutschen Zusage zum Regenwaldfonds ausgesprochen.

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